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Mit dem Körper nicht klarkommen

Dein Körper ist wie dein Haus! Dein Körper lässt sich mit einem Haus vergleichen, in dem du wohnst: Solange es dir gefällt, solange du dich darin wohl fühlst, ist alles in Ordnung. Sobald du dich in ihm aber unwohl fühlst, wird es schwierig. Denn dieses Haus kannst du nicht wirklich verlassen! Also musst du versuchen, mit deinem Körper irgendwie zurechtzukommen und vielleicht benötigst du dabei auch Hilfe und Unterstützung. Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, warum sich Menschen in ihrem Körper plötzlich nicht mehr wohlfühlen. Einige Beispiele habe wir hier zusammengestellt:

Du bist unzufrieden mit deiner Figur, deinem Aussehen oder deinen körperlichen Fähigkeiten: Dein Körper gefällt dir nicht, du fühlst dich zu dick oder zu dünn, zu wenig muskulös, zu klein oder zu gross oder gewisse Körperteile stören dich wie deine Nase, deine Geschlechtsteile oder ein Muttermal. Vielleicht hast du eine körperliche Behinderung oder du bist in Bewegungen und sportlichen Aktivitäten nicht so geschickt, wie du dir das wünschen würdest. Möglicherweise getraust du dich deswegen nicht unter Leute, bist schüchtern, zurückgezogen und einsam oder du findest keine Freundin oder keinen Freund. Vielleicht wirst du von anderen Menschen wegen körperlicher Merkmale ausgegrenzt, provoziert oder ausgelacht.

Du machst dir Sorgen um deine körperliche Gesundheit: Solange unser Körper normal funktioniert, bemerken wir ihn meistens gar nicht. Aber plötzlich geht etwas nicht mehr wie sonst, der Körper macht auf sich aufmerksam. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen und manchmal erschrickt man ziemlich: Das Herz sticht oder schlägt unregelmässig und du befürchtest an einem Herzstillstand zu sterben. Die Atmung klappt nicht mehr richtig, du hast manchmal Atemnot und bekommst Panik aus Angst vor dem Ersticken. Du stellst irgendwelche Veränderungen fest und befürchtest, dass du an einer Krebserkrankung leiden könntest. Oder du hast neue und unangenehme Körpergefühle von denen du keine Ahnung hast, was sie bedeuten: Ein Kribbeln in der Haut, ein Ziehen oder Drücken im Körper, das Gefühl als ob sich etwas im Körper umherbewegen würde, komische Hitze- oder Kältegefühle. Natürlich gibt es unzählige weitere körperliche Störungen, welche dir Angst machen und welche du vielleicht abklären lassen solltest.

Dein Körper schmerzt und tut weh: Obwohl du keinen Unfall und keine Verletzung erlitten hast, leidest du unter körperlichen Schmerzen: Häufig sind Kopf-, Rücken- oder Menstruationsschmerzen, Herzstechen, Verdauungsbeschwerden mit Bauchweh.

Du verlierst manchmal den Kontakt zu deinem Körper: Kennst du das Gefühl, wie ausserhalb deines Körpers, vielleicht neben deinem Körper zu stehen? Oder dein Körper kann sich ganz fremd anfühlen, wie nicht mehr zu dir gehörend. Vielleicht ist es auch so, dass du ihn in gewissen Situationen nicht mehr richtig spüren kannst, auch wenn du dich zwickst. Manchmal gehorcht er deinen Anweisungen nicht und es gelingt dir nicht mehr, gewisse Bewegungen auszuführen. Solche Erscheinungen sind während des Einschlafens oder Erwachens nicht selten und dann meistens harmlos. Sie können aber auch während des Tages auftreten und dann sehr störend oder beängstigend werden.

Deine Sinnesorgane (Augen, Ohren, Geschmack, Geruch, Tastsinn) funktionieren nicht mehr richtig: Es kommt vor, dass sich deine Wahrnehmung plötzlich verändert. Du siehst nicht mehr gut, etwas stört dich beim Sehen, du siehst Lichterscheinungen, ein Flimmern oder du siehst Dinge, die gar nicht existieren (man nennt das Halluzinationen). Auch das Gehör kann sich verändern, du kannst störende Pfeiftöne hören oder du hörst Geräusche oder Stimmen, deren Ursache du nicht kennst. Vielleicht hat sich auch dein Geruchssinn verändert und du wirst durch störende Gerüche geplagt, die andere Menschen nicht wahrnehmen.

Du bist wütend auf deinen Körper, fügst ihm Schmerzen oder Verletzungen zu: Manchmal entwickeln Menschen einen richtigen Hass auf den eigenen Körper. Geht es dir auch so? Hast du dich schon selber verletzt, z.B. mit einer Glasscherbe, einem Messer oder einer Rasierklinge geritzt oder tiefer geschnitten? Mit Zigaretten oder Feuerzeug verbrannt? Manchmal ist dies eine Spielerei, aber manchmal versucht man auch, sich selber zu bestrafen. Was bei anderen Menschen nur weh tut, kann bei dir gleichzeitig angenehme Gefühle auslösen. Oder ist es überhaupt die einzige Form um Gefühle zu haben?

Du fühlst dich in deinem Körper schutzlos und ausgeliefert: Meistens erleben die Menschen ihren Körper als Schutz. Das kann auch anders sein, denn dein Körper kann dich verraten: Wenn du errötest, weil du dich schämst oder wenn du in einen Angstzustand kommst, zitterst und Schweissausbrüche hast. Bei all diesen Gelegenheiten verrät dein Körper den anderen Menschen deine Gefühle.
Vielleicht kannst du engen Körperkontakt nicht aushalten, gerätst in Panik, wenn dich jemand berühren will. Schon im Zug oder im Kino kann dies unangenehm sein. Noch schwieriger ist dies, wenn du eine Beziehung zu einer Freundin oder einem Freund hast und dieser will Kuscheln oder Sex.

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